Bundesliga Gedern: Aus der Trainingsphase um die Punkte

Bundesliga Gedern: Aus der Trainingsphase um die Punkte

Milan Vader als Messlatte für Ben Zwiehoff, Max Brandl und Co.

Bei der zweiten Bundesliga-Runde im hessischen Gedern könnte vor allem der Niederländer Milan Vader den deutschen Bikern Weltranglistenpunkte wegschnappen. Der Sieger von 2017 zeigte zuletzt gute Form, so dass sich Ben Zwiehoff, Max Brandl, Georg Egger und Co. strecken müssen. Verzichten muss Bundesliga-Titelverteidiger Simon Stiebjahn.

 

Aktuell befinden sich die Cross-Country-Spezialisten in einer Art Zwischenraum. Nach dem ersten Weltcup-Block beginnt Anfang Juli die zweite Phase, in der es, nimmt man auch noch die EM mit dazu, binnen sechs Wochen fünf wichtige Rennen gibt. Also nutzt man den Juni noch mal verstärkt dazu eine Grundlage für die fordernde Wettkampf-Abfolge zu generieren. Die deutschen Biker haben zuvor sogar noch die DM (23. Juni) in Wombach auf dem Programm.

Unter diesem Licht betrachtet, wird die zweite Bundesliga-Runde in Gedern von vielen „aus dem Training heraus“ gefahren oder „ins Training eingebaut“, wie es dann heißt.

Milan Vader, Gedern-Sieger 2017

Dennoch, „unwichtig ist Gedern nicht“, wie Georg Egger (Lexware) sagt. Schon deshalb nicht, weil es erstmals ein C1-Rennen ist und damit für den Sieger 60 Weltranglistenpunkte vergeben werden. Von der Bundesliga-Gesamtwertung mal abgesehen, in der Luca Schwarzbauer (Lexware) als Siebter des HC-Rennens in Heubach, der beste Deutsche ist.

Diese 60 Weltranglistenpunkte, die würden die deutschen Biker schon wegen des Nationenranking für die Olympia-Startplätze gerne im eigenen Land behalten.

Milan Vader (KMC Ekoi Orbea) hat schon vor zwei Jahren in Gedern die deutschen Biker düpiert und gewonnen. Es könnte sogar sein, dass die Niederländer für die Deutschen letztlich zum Kontrahenten um den zweiten Startplatz in Tokio 2020 werden.

Also hat man, Trainingsphase hin oder her, am Sonntag ein übergeordnetes Interesse vor Milan Vader zu landen. Was allerdings eine Herausforderung wird, denn der U23-EM-Dritte des vergangenen Jahres hat seine beiden ersten Elite-Weltcups auf den Plätze 23 (Albstadt) und 21 beendet. Besser als seine deutschen Konkurrenten.

Ben Zwiehoff (Bergamont) war als 23. in Nove Mesto immerhin nah dran. Der Essener kommt aus einer intensiven Trainingswoche, wie vermutlich die meisten seiner Konkurrenten. „Eigentlich müsste es gut gehen, aber man weiß nie, wie man die Belastungen letztlich wegsteckt. Ich freue mich jedenfalls auf das Rennen“, erklärt Zwiehoff, der versuchen will „locker anzugehen und am Anfang nicht zu überdrehen.“ Es könnte also sein, dass man ihn zu Beginn noch nicht auf den ersten Positionen entdecken wird.

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Luca Schwarzbauer (links) und Max Brandl ©Erhard Goller

Im Vorjahr ließ der Deutsche U23-Meister Max Brandl (Lexware) in Gedern die ältere Konkurrenz und gewann vor seinem Teamkollegen Luca Schwarzbauer. Sicherlich wird Brandl auch am Sonntag wieder vorne mitmischen. „Ich kann nicht genau sagen, wie frisch ich am Start sein werde, aber ich bin ganz zuversichtlich. Vor allem freue ich mich auf die Strecke und bin gespannt auf die neuen Abschnitte. Die bauen in Gedern ja immer tolle Sachen“, erklärt Brandl.

Auf Markus Schulte-Lünzum (Bike Way Israel) darf man gespannt sein. Der Ex-Meister hatte zuletzt in Nove Mesto Pech mit einem Kettenriss am Start, lieferte danach allerdings noch sehr gute Rundenzeiten ab. „Ich hatte eine lockere Woche und sollte jetzt wieder frisch und parat sein für Gedern“, meint Schulte-Lünzum. „Ich hoffe natürlich dort vorne mitfahren zu können.“

Interessant wird auch sein, wie sich Julian Schelb (Stop&Go Marderabwehr) schlagen wird. Man würde sich nicht wundern, wenn er vorne mitfahren würde.

Nicht starten wird Bundesliga-Titelverteidiger Simon Stiebjahn (Team Bulls). Der Schwarzwälder laboriert seit dem Cape Epic im März wiederholt an Infekten und hat beschlossen sich erst mal zurück zu nehmen, um wieder komplett gesund zu werden und gut zu trainieren. „Es ist mir nicht leicht gefallen, weil die Titelverteidigung damit nicht mehr drin ist. Aber im Blick auf die nächsten Ziele bleibt mir nichts anderes übrig“, so Stiebjahn, der die Serie fünf Mal hintereinander für sich entschieden hat.

Weil parallel zum Bundesliga-Rennen in Freudenstadt die Marathon-WM stattfindet, muss er auch da verzichten.

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